Die weiße Fee

Track Nr. 08 auf Bardensuppe

Am Glauberg an einem Sommertag so warm und wunderschön
Konnt' Godebald der Schäfer dem Platz am Hang nicht widerstehn
Die Schafe wohlbehütet, den Hund an seiner Seit
Lauschte er den Grillen und träumte von der Zeit
Als Großvater erzählte vom Glauberg und dem Schatz
Den nun seit vielen Jahren schon die weiße Fee bewacht

Es war schon Nacht geworden, da schmiegte sich der Hund
Vor Angst an seinen Herren und der rieb sich die Augen wund
Vom Waldrand sah er kommen ganz zart und weiß wie Schnee
Mit Schlüsselbund und langem Kleid, die sagenhafte Fee
Fürchte dich nicht, oh Schäfer, so sprach die Fee vom Berg
Erlöst du mich zeig ich dir den Schatz von dem man sich erzählt

Dreimal, oh Godebald, musst du mich küssen
Immer in andrer Gestalt
Dreimal, mein Schäfer, ohne zu schreien
Dann werde vom Fluch ich befreit
Und dann zeig ich dir, wo der Schatz vom Glauberg verweilt


Am Weiher auf dem Glauberg, morgen um Mitternacht
Werde erneut ich erscheinen, doch rate ich dir, gib gut acht
Dreimal musst du mich küssen, ganz ohne jeden Ton
Als Maid, Vettel und Schlange, willst du verdienen Lohn
Godebald versprach es und kam im Mondenschein
Wieder auf den Berg um nie wieder ein Niemand zu sein

Zum ersten mal erschien die Fee erneut als schöne Maid
Da fiel ihm der Kusse leicht und er ließ sich nicht lange Zeit
Da wurde die Schöne zur Vettel, runzlig mit stinkenden Zähn'
Godebald dachte, an was er versprochen und ließ den Moment nicht vergehn
Doch zuletzt erschien sie als Schlange mit Zähnen aus denen Gift schießt
Trotz Mut durchfuhr ihn der Schrecken beim Kuss und ein Schrei seine Lippen verließ

An der Stelle der Fee stand nun ein Baum, ein Setzling winzig klein
Und aus der Ferne hörte der Schäfer die Stimme der Fee verzweifelt schrei'n
Was hast du getan, oh Godebald, der Fluch bleibt weiter bestehn
Und erretten wird mich nun niemand können bis viele Jahre vergehn
Ist dieser Baum hier groß und stark und baut man aus ihm eine Wieg
Wird das Kind, das darin aufwächst vielleicht mutig genug sein zum Sieg


Länge: 6:33

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Text: Sebastian Barwinek
Musik: Sebastian Barwinek

Instrumentierung

Gesang: Sebastian Barwinek, Christine Rauscher, Christian Reiter
Gizouki: Sebastian Barwinek
Keltische Harfe: Elisabeth Zlotos
Gemshorn: Elisabeth Zlotos
Violine: Daniel von Verschuer
Bodhrán: Christine Rauscher
Rahmentrommel: Jacob Kreutz
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