Sinn des Lebens

Track Nr. 14 auf Bardensuppe

Als ich in jungen Jahr’n beschloss vom Dorfe auf Reisen fort zu gehn
Rief mich mein Großpapa zu sich, wollt’mich noch einmal seh’n
Er klopfte auf die Schulter mir und sah gar ernst mich an
Ich wusste, dass ich seinem Ratschlag nicht entgehen kann

"Einen wicht’gen Rat, mein Kind, den gebe ich dir mit
Suche nach des Lebens Sinn, allzeit auf Schritt und Tritt"
â„es Lebens Sinn?â“– Warum auch nicht? Ich zog entschlossen aus
Und landete, wer hätt’s gedacht, im nächsten Schankwirtshaus

Hoch die Gläser, schenket ein, sogleich woll‘n wir zu Ehren
Dieser klugen, weisen Worte unsre Becher leeren
Hoch die Gläser, schenket ein, ist Wahrheit ja schon drinne
Such ich im Met, im Bier, im Wein auch gleich des Lebens Sinne


Um für immer von der Frage nach dem Sinn mich zu befrein
Suchte ich nen weisen Mann, Gelehrter sollt’ er sein
Zwischen Büchern fand ich ihn und stellte meine Frage
Er bat sich erst Bedenkzeit aus, doch "schonâ“am dritten Tage

Sprach er: "Wissen teil ich gern, drum höre meine Kund’
Suchst du den tiefren Sinn, dann geh den Dingen auf den Grund"
- â„en Dingen auf den Grund?â“sprach ich, das sollt’ zu schaffen sein
Und unbeirrt trat ich sogleich ins nächste Wirtshaus ein

Hoch die Gläser, schenket ein, sogleich woll’n wir zu Ehren
Dieser klugen, weisen Worte unsre Becher leeren
Hoch die Gläser schenket ein, wir gehn zu später Stund’
Vorbei an Met und Bier und Wein den Dingen auf den Grund


Auf meinem Weg zur nächsten Stadt saß an des Weges Rand
Ein armer Bettler, ganz zerlumpt, ne Schüssel in der Hand.
Er bat um eine milde Spende, die gab ich ihm gern.
Wollt dafür aber seine Sicht zum Sinn des Lebens hör’n.

Er sprach: "Zu viel hab ich gesehn in meiner Lebenszeit.
Denn Sinn des Lebens fand ich nie, stattdessen Schmerz und Leid."
"Nur Schmerz und Leid?â“so fragte ich. Das kann ich leichter haben.
Da muss ich nur ins Wirtshaus gehn und mich am Brandwein laben.

Hoch die Gläser, schenket ein, sogleich wolln wir zu Ehren
Dieser klugen, weisen Worte unsre Becher leeren!
Hoch die Gläser, schenket ein, wenn früh der Hahn dann schreit
Ist nach Met und Bier und Wein schnell alles Schmerz und Leid.


Als ich schon fast beschlossen hatt’ die Suche zu beenden
Und meinen Schritt gesenkten Haupts der Heimat zuzuwenden
Da sah ich auf dem Marktplatz einen lust’gen Spielmann steh'n
Und fasste nochmal allen Mut, um zu ihm hinzugehn.

"Du fragst mich nach des Lebens Sinn auf dieser schönen Welt?
Genieße einfach jeden Tag, so wie es dir gefällt.
Jeden Tag genießen, ja das muss die Antwort sein!
Mein Suchen hat ein Ende, kehr mit mir ins Gasthaus ein!

Hoch die Gläser, schenket ein, sogleich woll’n wir zu Ehren
Dieser klugen, weisen Worte unsre Becher leeren.
Hoch die Gläser, schenket ein, egal was kommen mag
Mit Met und Bier und süßem Wein
Genießt nur jeden Tag!


Länge: 4:51

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Text: Christine Rauscher
Musik: Christian Reiter, Daniel von Verschuer

Instrumentierung

Gesang: Christine Rauscher, Christian Reiter, Daniel von Verschuer, Sebastian Barwinek, Jacob Kreutz, Elisabeth Zlotos
Gitarre: Christian Reiter
Low Whistle: Elisabeth Zlotos
Rauschpfeife: Christian Reiter
Violine: Daniel von Verschuer
Bodhrán: Sebastian Barwinek
Darbuka: Jacob Kreutz
Schellen: Christian Reiter
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