Tod zur See

Track Nr. 06 auf Sonnensaiten

Der Morgen graut auf hoher See, ich wache auf mit Kater
Mit Schwung ich aus der schlecht geflickten Hängematte fall&39;
Es ist schon spät, der Käpt&39;n macht mir sicher ein Theater
Drum schnell an Deck, so denk ich mir, doch gleich tut&39;s
einen Knall
Die Luke war natürlich zu, mein Schädel traf die Bretter
Doch Druck spür ich auch anderswo, die Blase bringt Verdruss
Beim Schiffen an der Reling dacht&39; ich leider nicht ans Wetter
Bei Wellengang liegt man sehr schnell in seinem eig&39;nen Guss
Bei solch einem Tagesbeginn kommt es mir plötzlich in den Sinn

Ja, ist das denn alles zu fassen
Ich möcht&39; mich am liebsten selbst kielholen lassen
Ich sage ganz zynisch noch "Danke"
Und laufe dann freiwillig über die Planke
Dann sink&39; ich herab in mein Seemannsgrab
Mein Körper wird langsam kalt und starr
Und der Tod zur See sagt "Arrrr!"

Mit nasser Hose steh&39; ich auf, doch plötzlich knurrt mein Magen
Drum wanke ich unsich&39;ren Schritts zielstrebig zur Kombüs&39;
Doch Schiffszwieback und Pökelfleisch kann ich heut&39; nicht vertragen
Am Schimmel liegt es sicher nicht - wahrscheinlich am Gemüs&39;
Darauf &39;nen Rum, denk ich mir nur, doch leider war statt Brandwein
Das Fass gefüllt mit Pulver, welches mir nicht grade schmeckt
Da macht es "Knack", ich falle um, gebrochen war mein Holzbein
Weil offenbar, ich ahnt&39; es schon, ein Holzwurm drinnen steckt
Erneut liege ich nun da und wieder mal wird mir klar

Ja, ist das denn alles zu fassen
Ich möcht&39; mich am liebsten selbst kielholen lassen
Ich sage ganz zynisch noch "Danke"
Und laufe dann freiwillig über die Planke
Dann sink&39; ich herab in mein Seemannsgrab
Mein Körper wird langsam kalt und starr
Und der Tod zur See sagt "Arrrr!"

Noch während ich benommen dort liege
Vom Sturz noch immer nur schwierig Luft kriege
Tönt’s vom Ausguck: "Segel in Sicht!"
Naja, schlimmer werden kann&39;s ja nicht - Ach Jaaaa?!?

Wo ich schon bei dem Pulver bin, und nah bei den Kanonen
Hör ich den Schrei des ersten Maats: "Bereit machen zum
Schuss!"
Ich pack mir die Kanonenkugel, heb sie schwer vom Boden
Doch schwankt das Schiff, die Kugel fällt, und zwar auf
meinen Fuß
Vor Schmerz spring ich behände in den nächsten Enterhaken
Der mich mit vollem Schwung ins linke Auge traf sodann
Halb blind hör ich vom fremden Schiff nur noch: "Lasst los
den Kraken!"
Da schlingen sich Tentakeln schon um Schiffsrumpf, Mast und
Mann

Nach kurzem Getös&39; und Geschrei
Brach unser Schiff dann entzwei
Ich treibe auf einer Planke
Und wieder kommt mir der Gedanke

Ja, ist das denn alles zu fassen
Ich möcht&39; mich am liebsten selbst kielholen lassen
Ich sage ganz zynisch noch "Danke"
Und laufe dann freiwillig über die Planke
Dann sink&39; ich herab in mein Seemannsgrab
Mein Körper wird langsam kalt und starr
Und der Tod zur See sagt "Arrrr!"

Länge: 5:19

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Text: Christian Reiter
Musik: Christian Reiter

Instrumentierung

Gesang: Christian Reiter, Christine Rauscher, Andreas Muth, Elmsfeuer
Joho: Elmsfeuer
Gitarre: Christian Reiter
Flöte: Maria Straub
Geige: Phillip Beckenbauer
Kontrabass: Marcel Hoyer
Bodhrán: Christine Rauscher
Cajon: Andreas Muth
Schellen: Christian Reiter
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